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Rückblick

Einblicke in die Bauindustrie in China

Eine Woche chinesische Bauindustrie aus nächster Nähe: Baustellen im Betrieb, ein Bauunternehmen von innen, eine Megafabrik im Aufbau und das größte Passivhaus des Landes. Diese Seite hält das Programm fest.

Auf einen Blick

Route: Shanghai – Nanjing – Chuzhou – Qingdao – Shanghai

Dauer: acht Tage

Zeitraum: November 2021

Organisation: Matthias Schöning und Heiko Stehle, Shanghai

Worum es ging

Wer in Deutschland baut, hört viel über China und sieht wenig davon. Genau das war der Anlass: eine Woche Bauindustrie aus nächster Nähe, weg von den üblichen Touristenzielen. Baustellen im Betrieb, ein Bauunternehmen von innen, eine Megafabrik im Aufbau und die größte Passivhaus-Siedlung des Landes.

Organisiert wurde die Reise von Matthias Schöning gemeinsam mit Heiko Stehle, Gründer und Geschäftsführer der W+S Engineering Co., Ltd. in Shanghai und Leiter des Unternehmensbereichs für ausländische Investoren bei der JiangSu Construction Engineering Group. Die beiden kennen sich aus dem gemeinsamen Studium des Bauingenieurwesens an der TU Braunschweig. Heiko Stehle lebt seit 2005 in China und errichtet dort schlüsselfertige Industrieanlagen für internationale Investoren.

Der Anspruch war, der Reisegruppe nicht nur Gebäude zu zeigen, sondern den kompletten Ablauf eines neuen Industriestandortes: vom ersten Strich über sämtliche Genehmigungen bis zum Produktionsstart. Dazu ein Rahmenprogramm, das auch Land und Leute außerhalb der Baustelle vorkommen ließ.

Die Route

Strecke: Shanghai – Nanjing – Chuzhou – Qingdao – Shanghai

Dauer: acht Tage, davon sieben vor Ort

Gruppe: Unternehmer und Fachleute aus der Bauwirtschaft, höchstens 25 Personen

Zeitraum: ausgeschrieben für den 14. bis 22. November 2021

Tag 1 – Ankunft in Shanghai

Anreise über den internationalen Flughafen Shanghai-Pudong, schon damals der drittgrößte Umschlagplatz für Luftfracht weltweit. Vom Flughafen ging es mit dem Maglev – so heißt der Transrapid in Shanghai – mit 431 km/h Richtung Innenstadt.

Shanghai ist die bedeutendste Industriestadt der Volksrepublik und mit rund 26 Millionen Einwohnern eine der zehn größten Städte der Welt. Als regierungsunmittelbare Stadt ist sie direkt der Zentralregierung unterstellt, ihr Status entspricht dem einer Provinz. Zum Ankommen ein Abendessen und ein Spaziergang über die Uferpromenade mit Blick auf die Skyline des Finanzdistrikts.

Tag 2 – Nanjing: ein Bauunternehmen und eine Großbaustelle

Mit dem Schnellzug von Shanghai nach Nanjing. Auf der knapp 300 Kilometer langen Strecke liegen Suzhou, Wuxi, Changzhou und Zhenjiang – zusammen mit Shanghai und Nanjing leben hier über 50 Millionen Menschen. Das sind auf dieser kurzen Strecke rund 60 Prozent der Einwohnerzahl Deutschlands.

In Nanjing stand die JiangSu Construction Engineering Group auf dem Programm, ein für chinesische Verhältnisse typisches Bauunternehmen: über 4.000 angestellte Ingenieure und Bauleiter, ein Jahresumsatz von 30 bis 40 Milliarden Yuan, also vier bis fünf Milliarden Euro. Im Anschluss die Baustelle eines im Bau befindlichen Hochhauses – eine innerstädtische Baustelle in China aus der Nähe.

Nanjing war Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts Hauptstadt der Ming-Dynastie und von 1927 bis 1949 Hauptstadt der Republik China. Heute leben im Ballungsraum gut acht Millionen Menschen.

Tag 3 – Megafabrik in Chuzhou

Rund 60 Kilometer ins benachbarte Chuzhou zur Megafabrik von Bosch. Hintergrund: 2010 hatte die Zentralregierung beschlossen, dass Fabrikanlagen aus den zentralen Bereichen der Städte verschwinden müssen. In diesem Zuge wurde ein Quadratkilometer neues Land zugewiesen, von dem inzwischen der größte Teil bebaut ist. Die größte zusammenhängende Produktionshalle misst 90.000 Quadratmeter.

Nachmittags zurück nach Nanjing, in die Purpurberge zum Sun-Yat-sen-Mausoleum. Sun Yat-sen war der erste Präsident der Republik China und wird bis heute sowohl in Taiwan als auch auf dem Festland als Landesvater verehrt.

Tag 4 – Qingdao und das größte Passivhaus Chinas

Weiter nach Qingdao, von 1897 bis 1914 Hauptstadt des deutschen Schutzgebiets Kiautschou. Aus dieser Zeit sind viele Bauten erhalten: die Tsingtao-Brauerei, der Bahnhof, die protestantische Kirche und die Residenz des Gouverneurs. Heute ist Qingdao eine schnell wachsende Hafenstadt mit knapp sechs Millionen Einwohnern.

Im Sino-German Ecopark stand der eigentliche Grund für diesen Abstecher: das Passivhaus Experience Center, mit 11.000 Quadratmetern auf sechs Geschossen das größte Passivhaus Chinas. Der Verwalter berichtete, woran die Umsetzung gehakt hat und welche Chancen diese Bauweise in China eröffnet. In unmittelbarer Nähe entstanden zwei Passivhaus-Siedlungen mit rund 140.000 Quadratmetern Wohnfläche, verteilt auf 380 Wohneinheiten, dazu Restaurants, Läden und ein Kindergarten.

Tag 5 – Stadtbesichtigung und Brauerei

Eine Stadtrundfahrt durch die ehemalige Kolonialstadt und ihre Bauwerke deutscher Prägung, danach die frühere Germania-Brauerei, die heute unter dem Namen Tsingtao zu den größten Brauereien der Welt zählt – mit Bierprobe, denn nirgends soll das Tsingtao besser schmecken als in Qingdao selbst. Abends mit dem Flugzeug zurück nach Shanghai, Quartier im Finanzdistrikt Pudong.

Tag 6 – Wie man in China eine Produktion aufbaut

Ein deutschsprachiges Projektsteuerungsunternehmen erläuterte, worauf ein ausländisches Unternehmen achten muss, wenn es in China eine Produktion aufbaut – mit ausreichend Zeit für Rückfragen.

Nachmittags eine Vortragsreihe mit Anwälten, Unternehmern und Hochschullehrern über die anstehenden Entwicklungen, auf die sich Bauindustrie und investierende Unternehmen einstellen müssen. Umweltschutz und Nachhaltigkeit waren dabei ein großes Thema. Im Anschluss Gelegenheit zum Austausch mit den lokalen Teilnehmern.

Tag 7 – Shanghai von oben und von innen

Zum Abschluss die damals höchste Aussichtsplattform der Welt: 121. Stock, 562 Meter, komplett verglast, Rundumblick über Shanghai. Von dort schaut man auf das Dach des benachbarten Shanghai World Financial Center hinunter, das 521 Meter misst.

Danach das Gegenstück: ein Spaziergang durch den alten Stadtkern, der den modernen Wohnanlagen zusehends weichen muss und von den meisten Reisegruppen nicht beachtet wird. Am Ende das traditionsreiche Teehaus in der Mitte eines Teiches. Abends ging es zurück zum Flughafen Pudong.

Tag 8 – optionaler Zusatztag

Wer wollte, konnte den Rückflug um einen Tag verschieben und noch einmal stressfrei in den Alltag dieser Stadt eintauchen.

Diese Seite ist ein Rückblick. Das Programm stammt aus der Ausschreibung für November 2021, eine Anmeldung ist nicht mehr möglich. Wenn Sie an einer Neuauflage interessiert sind, sprechen Sie uns an.